In El Punt ein ausführlicher Artikel darueber dass eine Bande von Taschendieben ausgehoben worden ist. Einige deren Mitglieder haben schon 142 Verhaftungen hinter sich. Der Artikel hiess : Desarticulen una banda de carteristes que acumulen centencars de furts al metro. Ich habe lange danach gegrübelt was wohl ein Carterista sei. Nun ist Cartera auf Spanisch eine Brieftasche. Wenn man wohl auf Deutsch von Taschendieben spricht, ist man hierzulande wesentlich unpräziser und spricht nur von Leuten die es auf Brieftaschen absehen.

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Ozonloch
Nach einem Bericht des heutigen Tages (20.4.2009 in El Punt) ist Barcelona weniger vom Ozonloch betroffen als das Landesinnere. Die schädlichen Gase werden von den Meereswinden landeinwaerts getrieben, genauer gesagt, nach Norden, Richtung Pyrenäen.
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Der kläffende Hund
Immer wenn sie ausgehen, sperren die Nachbarn den Hund auf dem Balkon ein. Sein Kläffen ist dann meilenweit zu hören. Wenn sie da sind, ertönt laute Musik, oder man hört den Fernseher. Das muss wohl eine weit verbreiteter Brauch sein. Denn in Gerona ist diesbezüglich sogar eine Rechtsverordnung erlassen worden die es verbietet Hunde auf dem Balkon einzusperren.
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Abwrackprämie
In Deutschland wird die höchste Abwrackprämie Europas ausbezahlt und sie kommt neben den koreanischen Produzenten auch den Werken in Spanien zugute. Sie konnten den Verkauf ihrer Modelle um 53 % steigern. Nun ist Huguet, der katalanische Industrieminister nach Deutschland gereist um die Produktion des Audi ans Land zu ziehen. Das kann nicht so einfach sein, die Auslastung des Werks in Martorell sicherzustellen, gibt es doch nicht nur die Ausländische, sondern auch die Konkurrenz auf der iberischen Halbinsel selbst.
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Baskenland
3/24, das katalanische Fernsehen, hat heute von der Regierungsbildung im Baskenland verhalten davon berichtet, dass ein Mitglied der Partido Popular, jemand der kein baskisch kann, ein wichtiges Amt einnimmt. Gemeinsamer Nenner dieser gemeinsamen Regierung von Sozialisten und Partido Popular ist das Zurückdrängen des baskischen Nationalismus, sei es beim Besetzen von Arbeitsplätzen (im öffentlichen Dienst, wo bisher Kenntnisse der baskischen Sprache höher bewertet wurden), beim Gebrauch in der Erziehung (Wahlfreiheit der Eltern, Möglichkeit auch Schulen zu besuchen in denen kein baskisch gesprochen wird), im Fernsehen (keine Berichte mehr in denen von den radikalen Verfechtern des baskischen Nationalismus in positivem Ton berichtet wird).
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Rote Ärsche
Wieder zurück, und ich habe an die Tradition angeknüpft und gehe im Poliesportiu de la Sagrada Familia zu schwimmen. Gestern eine halbe, heute ein ganze Stunde. Ich habe inzwischen herausgefunden, warum so viele nackte Männer mit roten Ärschen herumlaufen : sie alle trainieren ihre Form auf dem “bicicleta estatica” (Fahrrad-Heimtrainer).
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Zeitungskrise
Das kleine Geschäft um die Ecke, in dem ich bisher immer die Zeitung gekauft habe, hat zugemacht. Nunmehr habe ich bis zum nächsten Kiosk mehr als doppelt so weit. Es ist nun etliche Wochen her, da hat auch ein Gratisblatt (“Metro”) sein Erscheinen eingestellt.
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Col de Banyuls
Ich zittere heute der Passkontrolle entgegen. Obwohl die Beamten eher bei der Einreise misstrauisch pruefen. Da ist mein Personalausweis schon manchmal nicht mehr gut gewesen, aber immerhin, gut genug. Nehme an, dass ihnen fuer die Ausreise mein abgelaufener Reisepass nichts ausmacht. Ist auch nicht lange her. Rueckreise mit dem Zug, dann Cerbere Port Bou ueber die Grenze. Wenn nicht, mit dem Fahrrad. Und falls da nicht, ueber den Col de Banyuls mit dem Fahrrad. Wie einst Walter Benjamin.
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Baskenland
Aus den Wahlen dieses Wochenende ist die Sozialistische Partei als Sieger hervorgegangen. Die Schlagzeile von Avui lautet: Mayoria Espanolista al Pais Basc. Damit vollzieht sich der Niedergang des nationalistischen Lagers aehnlich wie in Katalonien.
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Caldo Gallego
Gestern in einem gallizischen Restaurant einen Caldo Gallego, eine Art Wursteintopf gegessen. Mir hat es geschmeckt, obwohl meine Freundin die Wurst nicht gut fand. Und der Wein war essigsauer. Wir haben nachgefragt, und die Wirtin hat uns gesagt, der kaeme aus Leon, und der Geschmack sei total normal. Inzwischen habe ich in meinem Stadtviertel um die Sagrada Familie noch weitere Bars kennengelernt. So jenes nach Alberto (beim Hospital Sant Pau) benannte, in dem ich eine Kuechenhilfe gesehen habe wie sie sich beim Kartoffelschaelen abmueht. Es kann also doch noch etwas gegessen werden das nicht aus der Tiefkuehltruhe kommt.