Arthur Mas, der neue Präsident, oder vielmehr dessen Innenminister Puig hat nun drei Massnahmen verkündet. Das Umweltministerium wird abgeschafft. Statt der 80 km Höchstgeschwindigkeit (siehe vorangeganger Artikel) auf den Autobahnen wird eine flexiblere Lösung angewendet, das Komite fuer Ethik in der Polizei (Mossos d Esquadra) wird abgeschafft ebenso wie die Kameras die in einigen Polizeirevieren installiert wurden. In den vergangenen Jahren sind mehrmals Fälle bekannt geworden in denen auf wehrlos am Boden liegende Verhaftete eingeschlagen wurde. Das soll jetzt nicht mehr vorkommen. Dass der Polizei Misshandlungen vorgeworfen werden kann (Das Vorgehen der Polizei soll nicht mehr in Frage gestellt werden … können). Geschwindigkeitsregelung wie auch Codi Etic sind nicht etwa aufgrund einer Initiative der Regierung zustande gekommen sondern beruhen auf Erlassen und Vorschriften der Europäischen Union.

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Wahlen
Dieses Wochenende gab es Regionalwahlen. Die sozialistische Partei hat am meisten Stimmen eingebuesst. Die Anzahl der Stimmen fuer die Partido Popular (Rechte) hat sich erhoeht (auch die katalanische Rechte hat wesentlich mehr Stimmen bekommen). Fuer die schlechte Wirtschaftslage werden generell die Sozialisten verantworlich gemacht. Eine der ersten Massnahmen der neuen Regierung ist die Erbschaftssteuer abzuschaffen (Wenn das nicht die wirtschaftliche Entwicklung dynamisiert !). Weiterer wichtiger Punkt von Artur Mas ist die Hoechstgeschwindigkeit auf den Autobahnen um Barcelona heraufzusetzen (das wird der Konjunktur ebenfalls viel helfen 😉 )
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Amtssprache
In der vorangegangen Woche hat es ein Urteil des TSJC (dem Tribunal Superior de Justicia de Catalunya) gegeben nach dem die Gemeinden von Barcelona und Lleida nicht mehr katalanisch als bevorzugte Amtssprache verwenden duerfen. Mein Auszug aus dem Einwohnermelderegister ist jedefalls vor einem Jahr schon erstellt worden und auf spanisch. Und niemand hat mich gefragt welche Sprache ich bevorzuge.
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Naturpark
Collserola, der gruene Guertel der Barcelona umgibt, ist letzte Woche zum Naturpark (parque natural) erklaert worden. 31 % seiner Oberflaeche ist indessen schon bebaut Man wird in diesem Park (in dem es immerhin eine Tankstelle gibt !) sogar mit dem Fahrrad unterwegs sein duerfen (sic!), nur Ciclocross soll kuenftig nicht mehr moeglich sein ( (… en un futur no s hi podra fer ciclocross …, 20 minutos Barcelona, 20 octobre del 2010).
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Golf in der Krise
Der Golfplatz von St Vicenc de Montalt ist nun schon seit Monaten verlassen.
Um hier zu spielen musste man an den Golfclub eine Aufnahmegebuehr zwischen 18 000 und 21 000 Euros bezahlen. Zuzueglich eines monatlichen Mitgliedsbeitrags von 110 Euros. Der Investor moechte Clubhaus und die 38 ha Golfplatz verkaufen aber er findet niemanden der ihm das zu dem gewuenschten Preis abnimmt (El Punt 11. Oktober 2010) -
Karpfen
Heute wieder El Punt gekauft. Mehrere Male in diesem Sommermonat am Kiosk vorbei, aber es war kein Exemplar mehr da. Viele Verkaufsstellen sind geschlossen. Heute einen Artikel den Umweltschutz betreffend gelesen. Fuer den Karpfen sind nach europaeischen Richtlinien maximal 2 microgramme/kg Merkur erlaubt. In Spanien betaegt der 1982 festelegte Grenzwert 30 microgr/kg. 2008 haben die bei Asco gefangenen Karpfen 944 microgr/kg Merkur enthalten, letztes Jahr ist dieser Wert auf 658 microgr/kg zurueckgegangen. In dem Zusammenhang erwähnenswert dass die Gemeinde Asco sich darum bemüht, das Endlager für nukleare Abfälle zu erhalten. Aber nicht nur El Punt wird auf die Wasserqualitaet aufmerksam. In dem Gratisblatt Que befindet sich ebenfalls ein Artikel (25. 10. 2010). Er berichtet von einer Mitteilung der Diputacion de Barcelona. Danach hat sich die Wasserqualitaet verbessert. Je naeher man zur Flussmuendung kommt, um so mehr verschlechtert sich diese. Dagegen sind die Flussufer in einem schlechteren Zustand (jose Garcia von Depana, einer Umweltorganisation). Dem ist auch hinzuzufuegen, dass die Fluesse in der warmen Jahreszeit oft nur wenig Wasser fuehren. Am 31. Oktober bringt El Punt noch einen Bericht ueber den Zustand der Fluesse. Es sind Spazierwege angelegt worden. Allerdings gibt es zu diesen von den anliegenenden Gemeinden aus haeufig keinen Zugang.
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Champions
Die Mannschaft welche Weltmeister geworden ist, ihre Spieler,die meisten sind aus Katalonien und spielen für Barcelona. Der Torwart ist von Madrid, und noch ein paar mehr Spieler (es gibt ueberhaupt nur einen der weder von Madrid noch Barcelona ist). Nun haben sie sich in Madrid feiern lassen. Iniesta hat in Súdafrika sein Hemd ausgezogen. Doch nicht etwa um bezueglich des Urteils gegen das Estatut zu protestieren (dies hatten in Barcelona am Vortag hunderttausende getan), sondern um an den Tod von Dani Jarque zu erinnern (einem Spieler, ausgerechnet des Espanyol (!) der an einem Kreislaufversagen – einem Unfall – starb). Nun sind die Spieler, stundenlang auf einem Doppeldeckerbus in Barcelona herumgekurvt. Iniesta hat gemeint (worauf hat er sich bezogen ????) – wenn er das gewusst haette, haette er kein Tor geschossen. Interessant ist in dem Zusammenhang, dass das Fussballspiel im Baskenland die wenigsten Fernsehzuschauer hatte (75,3 %), und in Katalonien nur ein wenig mehr (78 %) (El Punt, 13. Juli 2010).
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Beflaggung
Vom Schwimmen zurueck. Es ist nur eine kurze Strecke. In der Strasse, auf einem Balkon, die spanische Flagge. Nur diese eine. Morgen steigt das Spiel gegen Deutschland. Immerhin. Im Land der Katalanen eine spanische Flagge (ich erinnere mich an Tage da staatliche Behörden die Gemeinden welche an nationalen Feiertagen keine spanische Flagge hissten strafrechtlich belangt haben).