Barcelona ist weiterhin die Stadt Spaniens mit den höchsten Grundstückspreisen (bebaute Grundstücke – im Stadtteil Pedralbes kostet der Quadratmeter durchschnittlich 6509 Euros) . Nach Aragon ist es in Katalonien wo die Grundstückspreise am meisten zurückgehen. Seit 2007 sind die Grundstückspreise bei bebauten und unbebauten Grundstücken fast gleichermassen um 20 % zurückgegangen ( El Punt, 2. Juli 2010.).

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Spanien – Portugal
Nach dem Schachspiel in der Bar (der Barkeeper hat mir gesagt, er mache frueher zu wegen des Fussballs !) bin ich an den verschiedenen Bars in meiner Gegend vorbei nach Hause gegangen. Sie waren fast menschenleer. Keine Spur von Public Viewing. Zieht das Spiel nur so wenig Interesse nach sich. Oder bleiben die Leute zu Hause weil sie kein Geld ausgeben wollen und es im öffentlichen und kostenlosen Staatsfernsehen übertragen wird und nicht im Bezahlfernsehen. Der richtige Katalane steht in einem Dilemma denn viele Spieler der spanischen Mannschaft sind nunmehr Katalanen. Tatsächlich hat das von Tele 5 übertragene Spiel eine Zuschauerquote von 62,3 % aller eingeschalteten Apparate gehabt (am meisten gesehen Sendung des Monats Juni – El Punt, 2. Juli 2010). Inzwischen habe ich beobachtet wie ein Nachbar die katalanische Fahne am Balkon angebracht hat. Fuer das Endspiel am Sonntag ist auch Public Viewing, dies selbst in Barcelona, angesagt (In Madrid gab es Public Viewing, nach all dem was ich in der Presse gesehen bzw. gelesen habe, bereits an den vorangegangenen Spieltagen der Weltmeisterschaft).
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Streik
Gestern gab es einen Streik bei der FGC (Eisenbahngesellschaft (Regionale) Kataloniens. Die Arbeiter wehren sich damit gegen die von der Regionalregierung verordnete 5 %ige Gehaltskürzung. Auch ich war davon betroffen. Zunächst kam der Zug fast 20 min später an. Dann hielt er an jeder Haltestelle mehr als 5 min. Dazu die morgendliche Hitze (jetzt ist auch schon morgens sehr warm). Gott sei Dank konnte ich einen der frühen Züge, der nicht so besetzt war, nehmen.
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Katalanisch im (Privat-)fernsehen
Der einzige private Kanal, der in ganz Spanien sendet, 8tv, bietet nur 36,5 % seiner Sendezeit Programme auf katalanisch. Dabei ist dieser Kanal unter der Bedingung vergeben worden, dass die Hälfte der produzierten Programme auf katalanisch sind (Gesetz von 1998). Allerdings sind Magazine, Kindersendungen und Nachrichten ausschliesslich auf katalanisch. Bei RAC105 TV, einem Musiksender, sind 81,2 % der Videos auf Englisch, 12,2 % auf Englisch und 6,7 % auf katalanisch (Quelle : El Punt, 25. Juni 2010).
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Castelldefels
Am gleichen Tag gab es noch zwei gleichgartige Unfaelle. Im Fernsehen konnte man sehen, wie auch andernorts die Gleisanlagen überquerte werden ohne die vorgesehenen übergänge zu benutzen. Was diesen Unfall so spektakulär macht ist die so grosse Anzahl der Verletzten und Toten. Und was mich verwunderte, war wie schnell von Unvorsichtigkeit die Rede war, weil normalerweise ein solcher Unfall nicht geschehen konnte. Nunmehr sind es 13 Tote, die meisten sind Lateinamerikaner. Deswegen. In Catelldefels war es nicht etwa wie der Spiegel schrieb, ein Hochgeschwindigkeitszug, der in die Menge hineinraste, sondern nur ein Media Distancia. Die Unterführung ist nicht benutzt worden, weil man dort hätte warten müssen.
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Verschuldung
In El Punt des heutigen Tages (Sonntag 20 Juni 2010) ein Artikel über die Verschuldung der Gemeinden. An erster Stelle Madrid mit 6.776.965.000 Euros, fast das zehnfache der Verschuldung Barcelonas (753.000.000). Selbst Valencia steht mehr in den roten Zahlen (834.271.000). Eine wichtige Einnahmequelle der Gemeinden, Steuern aus Grundstücksverkäufen, ist versiegt.
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Fluglotsen
Der Flughafen von Reus ist letzte Woche an mehreren Tagen vorzeitig geschlossen worden. Von den elf angestellten Fluglotsen war nur einer anwesend. Zwei waren krank (Stress). Von den anderen weiss El Punt (Donnerstag 3. Juni) nichts weiter zu berichten.
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Haushaltskuerzugen
Barcelona spart an den Ausgaben. So wird nunmehr der Ausbau von mehreren Linien der Untergrundbahn verlangsamt weitergefuehrt. Allerdings ist von den drei Tunnelbohrmaschinen der im Bau befindlichen Linie L9 ohnehin keine einzige im Einsatz (El Punt, Mittwoch 2. Juni).
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Umweltvergehen
werden in Katalonien so wie auch in Spanien nur unzureichend verfolgt (um nicht zu sagen “gar nicht”). Es scheint mir da fast erstaunlich dass heute El Periodico mit dieser Aussage als Titelgeschichte erschienen ist. El Periodico hat sich dabei auf El Tripartit, die drei Parteien die in Katalonien die Regierungsverantwortung haben, bezogen. Die katalanischen Behörden, voran die Agencia Catalana de l Aigua (Wasserbehörde), beschränken sich darauf den Gemeinden mitzuteilen die Müllkippen waeren ungesetzlich. Verfahren werden nicht eingeleitet. Sie gehen sogar so weit diese Müllkippen in das Rechtssystem einzubinden und dadurch juristisch unanfechtbar zu machen. Die Wasserbehörde machte die Gemeinden darauf aufmerksam dass eine Untersuchung anstuende. Daraufhin schlossen viele Gemeinden die Abwasserleitungen an Klaeranlagen an und reparierten ihre Abwassersammelbecken. Auf eigene Initiative, jedenfalls, werden die Gemeinden in Umweltsdelikten nicht tätig. Anzeigen kommen fast ausschliesslich von Bürgern und Vereinen (in ca 99 % der Fälle). Die Behörden muessen teilweise auf dem Wege der Verwaltungsklage gezwungen werden, tätig zu werden. Von der Anzeige bis zum Urteil vergehen wenigstens zwei Jahre (El Periodico, JG Albalat, 31. Mai 2010).