• Daniel Cohn-Bendit

    war gestern in Barcelona zu sehen. Und zwar im Institut Francais. Es haette kaum im Goethe Institut sein können, denn das hat nur eine kleine Zweigstelle, und er hat es geschafft, einen grossen Saal fast bis auf den letzten Platz zu füllen. Anlass war das Erscheinen seines neuen Werkes “Que faire”.  Es handelt darum eine Antwort auf die aktuellen zeitpolitischen Herausforderungen zu finden. Daniel Cohn-Bendit zeichnet es aus, dass er Vorschlaege macht, und nicht nur Kritik übt. So kommt er auf die Sprache wie das Haushaltsdefizit Griechenlands verringert werden kann indem das Land mehr in Sonnenenergie investiert da es bis jetzt seinen Energieverbrauch mit importiertem Erdöl deckt. Oder er kommt auf das Konzept der Mobilitaet zu sprechen. Hier verlangt er einen Strukturwandel von der Automobilindustrie hin zu einer Entwicklung öffentlicher Verkehrsmittel, insbesondere von Strassenbahnen.  Im Falle Barcelonas haette dies eine besondere Bedeutung. Gibt es doch zwei Strassenbahnlinien die nicht miteinander verknüpft sind, und die geringe Wahlbeteiligung (unter 10 %) bei der Abstimmung dieser Tage hat gezeigt, dass es in dieser Hinsicht nur wenig öffentliches Engagment gibt.

  • Krise

    In Barcelona streiken die Lokomotifführer schon seit ein paar Tagen. Sie wollen durch ihre Aktion Parkplätze in einer Tiefgarage bekommen (Parkplätze draussen reichen nicht).

  • Behindertengerechte Zugänge (Metro)

    Mir ist noch immer gegenwärtig als meine Freundin nach einem Verkehrsunfall ihr Bein in Gips hatte : Auf der ganzen Linie, über zehn Stationen, war überhaupt nur ein Aufzug zu finden, der funktionierte. Die Station Verdaguer hatte zwar einen Aufzug in Plänen etc eingezeichnet, aber als ich vor Ort danach suchte, war keiner zu finden. Es gab auch eine Klingel, um jemanden herbeizurufen, aber niemand hat geantwortet (Kommentar provoziert durch die Erwaehnung dass Barcelona den ersten Platz in Punkto Lebensqualität innehatte : ref. European City Monitor .

  • Metzgerei

    Heute morgen in die Metzgerei, direkt nebenan. Ich bin sofort an die Reihe gekommen. Manchmal dauert es ja Stunden. Die Verkäuferin hat mich auch auf Spanisch angesprochen. Ich verstehe ja katalanisch. Zumindest die Nachrichtensendungen auf katalanisch im Fernsehen. Das war mir direkt peinlich. Alle Leute in der Metzgerei sprechen katalanisch. Und jetzt spricht sie mich direkt auf spanisch an. Sie haette es zumindest auf katalanisch versuchen können. Ich nehme an ihr ist es auch peinlich. Aber sie denkt wohl sie muesse es so tun, weil ich kein katalanisch kann. Dabei kann ich mich nur nicht auf katalanisch ausdruecken. Auch gestern im Konzert von Marc Parrot (dessen Cd s gibt es auf amazon.de zu kaufen) … eine Frau spricht mich auf katalanisch an. Ich verstehe nicht was sie will. Sie wiederholt nicht die Frage auf spanisch, oder reformuliert sie auf katalanisch, sondern wendet sich von mir ab. Das ist mir ja so peinlich.

  • Mehl

    Gegen sechs Uhr morgens zur Arbeit geradelt, d h zur Bahn. Carrer Mallorca, vor Mr Bread, einer Baeckerei hat ein Lastwagen angehalten und Mehlsaecke werden ausgeladen. Sicheres Anzeichen dafuer dass hier gebacken wird und nicht nur angelieferte tiefgefrorene Produkte in den Herd kommen.

  • Zurueck

    Am 12. März wieder in Katalonien (aus dem sommerlichen Peru) zurueck. Mit der Bahn auf dem Weg zur Arbeit. Vallvidrera liegt auf 400 m Hoehe und im Dunkeln sehe ich noch ueberall, hier und dort Schnee liegen. Auch ein paar Tage später hat es in Lloret de Mar nicht mehr als 4 Grad (morgens).  Und heute am 19. März erreicht die maximale Temperatur in Barcelona keine 20 Grad. Das ist nicht wärmer als in Deutschland (Der Spiegel vermeldet frühlinghaftes Wetter).

  • Nukleares II

    Inwzwischen sind zu den schon zwei vorhandenen Kandidaten für ein Endlager des nuklearen Abfalls noch ein paar mehr Kandidaten hinzugekommen. Es sind nun fast ein Dutzend (01/02/2010) . Im Fernsehen wird der Fall des holländischen Endlagers gezeigt. Aber Holland hat nur eine geringe Menge solchen Abfalls und betreibt nur Versuchsreaktoren. 7000 Tonnen Abfälle sind vorgesehen und bis zu hundert  Jahre soll die Anlage betrieben werden. “Wissenschaftlich gesehen gibt es keine Risiken” (Maria Vila d Abadal, Vorsitzender des Verbandes der Gemeinden in nuklearwirtschaftlichen Zonen Seite 9, El Punt, 17.1.2010

  • Endlagerung

    Für den nuklearen Abfall wird eine Endlagerstaette gesucht. Zwei Kandidaten, darunter eine katalanische Stadt bewerben sich darum. Asco hat einen Bürgermeister von Convergencia i Unio. Eigentlich ist diese Partei der Atomkraft zugetan, aber da sie nationalistisch ausgerichtet ist, lehnt sie das Importieren nuklearen Abfalls aus Spanien ab. Und heute ist bekannt geworden, dass mehrere Stadtraete an der nuklearen Industrie wirtschaftlich beteiligt sind. Am energischten protestieren die radikalen Linken  (ERC) und die ICV (frühere Kommunisten und Grüne) dagegen. Die Sozialisten haben es ihren Ratsmitgliedern freigestellt, sich dafür oder dagegen zu entscheiden.

  • Barcelona und Katalonien

    Es handelt sich um einen 1991 produzierten Film, der auf BayernAlpha gesendet wurde (Coproduktion mit Langenscheidt).  Zwiespältig im wahrsten Sinne des Wortes. Schon zu Beginn, als er mit einer Art Flamencomusik startet. Wohl erwähnt er die zweisprachigkeit Kataloniens (Landessprache sollte wohl katalanisch sein !). Aber im Film selbst hört man kein einziges Wort auf katalanisch. Etliche Szenen des Films dienen dazu, spanische Ausdrücke zu erklären. Auch manche Erklärungen deuten auf nur oberflächliche Kenntnis katalanischer Kultur. So werden Picasso, Dali und MIro als die drei grossen katlanischen Maler erwähnt. Dali und Miro bestimmt. Aber Picasso ? Picasso führe sich nie Katalonien besonders verbunden  (Man hätte auch Juan Gris erwähnen können).  Fast komisch mutet die Aussage des Sprechers an, viele Katalanen daechten Barcelona sei die wahre Hauptstadt Spaniens.